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Läuft! PV-Anlage seit 26 Jahren in Betrieb

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Solarpioniere unter sich: Udo Möhrstedt und Walter Liebl fachsimpeln über die Leistungsdaten von Bad Staffelsteins ältester Solaranlage.

Seit über einem Vierteljahrhundert leisten die 24 Module des Typs Siemens M55 nun schon zuverlässig ihren Dienst. Walter Liebl ist damit stolzer Besitzer der ältesten (und ersten) Solaranlage Bad Staffelsteins. Für uns Grund genug einmal nachzufragen, wie es so läuft mit der Stromproduktion auf dem eigenem Dach und welche Pläne Herr Liebl für die Zeit nach der Einspeisevergütung hat.

Bei ihrer Installation 1992 waren die schmalen, länglichen Module auf dem Dach des Einfamilienhauses eine echte Sensation. Heute ist das immer noch so, denn in diesem März läuft das kleine Kraftwerk mit seinen 1,2 kWp bereits rekordverdächtige 26 Betriebsjahre – und ein Ende ist nicht in Sicht. 2012 hat Walter Liebl als Gastautor in unserem Blog [2] ein Resümee gezogen. Jetzt, sechs Jahre später, haben wir noch einmal nachgefragt.

IBC SOLAR: Sind in den letzten sechs Jahren größere Reparaturen angefallen?

Walter Liebl: Nein. 2016 musste ich eine defekte Strangdiode austauschen und 2017 wurden die Module gereinigt. Den Dioden-Defekt habe ich sehr schnell bemerkt, da die Anlagenüberwachung fehlerhafte Werte anzeigte.

IBC SOLAR: Merkt man den Modulen ihr Alter an?

Liebl: 2011 hat IBC SOLAR eine Überprüfung durchgeführt. Außer einer leichten Delamination an einigen Modulen und einem Hotspot wurde nichts gefunden. Die Degradation lag damals bei gerade mal 11%. Ich schätze, heute liegt der Wert etwas höher. Der Vergleich mit einer zweiten Anlage, die ich 2012 als Erweiterung installiert habe, zeigt, dass die Leistung der älteren Module leicht abgesunken ist.

IBC SOLAR: Wieviel Strom hat die Anlage denn seit 2012 produziert?

Liebl: Das kann ich Ihnen genau sagen, denn ich erfasse seit 26 Jahren alle Leistungswerte. Von März 2012 bis Ende Februar dieses Jahres waren es 5.513 kWh.

IBC SOLAR: Wie erfassen Sie denn die Leistungsdaten genau?

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Die erste Baustufe der Liebl’schen Solaranlage von 1992.

Liebl: In meinem Arbeitszimmer habe ich ein selbstgebautes Überwachungsgerät. Zwei Sensoren auf dem Dach erfassen die Einstrahlung und setzen sie ins Verhältnis zur Leistung der Anlagen, normiert auf ein kW. So kann ich die Wirkungsgrade der beiden Anlagenteile in Echtzeit miteinander vergleichen. Man sieht gerade jetzt zum Beispiel sehr schön, dass die neueren Module auch bei diffusem Licht noch Strom produzieren. Demnächst will ich noch einen dritten Sensor installieren, der die Einstrahlung auf die etwas flacher geneigten Module auf der Gaube erfasst. Es gibt auf jeden Fall noch viel zu tun!

IBC SOLAR: In zwei Jahren läuft die Einspeisevergütung aus, die Sie seit dem Jahr 2000 erhalten. Haben Sie schon Pläne für die Zeit danach?

Liebl: Über dieses Thema muss ich noch nachdenken. Wenn ich nur noch 3 oder 4 Cent pro eingespeister Kilowattstunde bekomme, aber die Miete für einen Zähler zahlen muss, lohnt sich das Einspeisen nicht mehr so recht. Am besten wäre es, die Anlage vom Netz zu trennen und komplett auf Eigenverbrauch zu gehen, vielleicht in Kombination mit einem kleinen Speicher. Toll wäre, wenn ich daran die gesamte Anlagenüberwachung anschließen könnte. Dann würde die PV-Anlage ihr eigenes Monitoring mit Strom versorgen.

IBC SOLAR: Vielen Dank für das Gespräch!

 

Anlagensteckbrief
Geografische Daten Bad Staffelstein
276 m über N.N.
Solarmodultyp Siemens M55
Zelltyp Monokristallin
Modulleistung 53 Wp
Modulanzahl 24
Wechselrichtertyp SWR 1100E
AC Wechselrichterleistung 1100 VA
Wechselrichteranzahl 1
Verschaltung 4 Stränge á 6 Module