Intelligent einspeisen: Einspeisemanagement kleiner PV-Anlagen nach EEG 2012 § 6

Zum 1. Januar 2013 endete die Übergangsfrist für Photovoltaikanlagen bis 30 kWp hinsichtlich des Einspeisemanagements nach EEG 2012 § 6. Somit gilt diese Regelung sowohl für kleine Solarstromanlagen bis 30 kWp installierter Leistung, die in 2012 installiert wurden, sowie für alle neuen Anlagen, die in 2013 ans Netz gehen werden.

Zur Einhaltung der Vorschriften bietet das EEG zwei Möglichkeiten für den Anlagenbetreiber von kleinen PV-Anlagen bis 30 kWp:

a) Begrenzung der Wirkleistung am Netzverknüpfungspunkt auf 70% der installierten Modulleistung – die sog. 70%-Regel –  oder

b) Teilnahme am Einspeisemanagement des Netzbetreibers. Auch wenn sich der Betreiber auf eine Variante festlegen muss, kann er laut dem Gesetz zu einem späteren Zeitpunkt von der 70%-Regel in das Einspeisemanagement wechseln.

Was ist die optimale Lösung für den Betreiber? Die Varianten sollten am besten mit dem Fachinstallateur besprochen werden, egal ob es sich um eine Nachrüstung oder eine Neuanlage handelt. Der Solarteur kennt die technischen Gegebenheiten und den Systemaufbau, kann Vorgaben beim Netzbetreiber einholen und somit eine übersichtliche Kostenabschätzung oder im optimalen Fall einen Vergleich beider Möglichkeiten vorlegen.

70%-Regel und intelligente Einspeisung

Die 70%-Regel hat den Vorteil, dass sie keine zusätzlichen Investitionskosten verursacht. Wie im Beitrag „70%-Leistungsbegrenzung im EEG 2012 – Dächer im Vergleich“ dargestellt, entstehen je nach Anlagenkonfiguration aufgrund der Begrenzung der Einspeiseleistung Energieverluste. Sind die Solarmodule wie bei einem Ost- / Westdach nicht optimal ausgerichtet bzw. geneigt, fallen die Verluste geringer aus und die 70%-Regel ist hier eine interessante Lösung.

Überhaupt keine Begrenzungsverluste entstehen, wenn die PV-Anlage mit einem Energiespeicher und einem zentralen Datenerfassungssystem wie dem IBC SolGuard ausgestattet wird. Die intelligente Steuerung des SolGuards sorgt dafür, dass an Zeitpunkten mit hoher Erzeugungsleistung wertvolle Energie durch die Speicherung im Batteriesystem genutzt wird. Und gleichzeitig werden die Stromnetze entlastet. Der IBC SolGuard stellt somit sicher, dass am Netzverknüpfungspunkt (im Normalfall der Hausanschluss) niemals mehr als 70% der installierten Modulleistung eingespeist werden. Mit dem SolGuard können die Energieverläufe am Tochscreen visualisiert werden, des Weiteren ist die Einschaltzeit-Planung von Haushaltsgeräten zur weiteren Steigerung des natürlichen Eigenverbrauchs möglich. Klarer Vorteil für den Besitzer der Solaranlage: er behält die Kontrolle und kann sich sicher sein, dass der von seiner PV-Anlage produzierte Strom optimal genutzt wird.

PV mit Eigenverbrauch
Bild 1: Energieaufteilung an einem sonnigen Tag mit intelligenter 70%-Regelung

Funkrundsteuerempfänger

Für die alternative Lösung des Einspeisemanagements mit ferngesteuerter Leistungsreduzierung durch den Netzbetreiber sind zusätzliche Komponenten zum Auswerten der Steuerbefehle vorzusehen. Die meisten Systeme benötigen abhängig vom Fabrikat bzw. der Systemkonfiguration neben dem obligatorischen Rundsteuerempfänger (die Vorgaben dafür kommen vom Netzbetreiber) eine Schnittstelle für die Wechselrichter zur Ansteuerung, teils wird auch ein Datenlogger wie z.B. der IBC SolControl zur Verarbeitung der Steuersignale eingesetzt. Da allgemein davon ausgegangen, dass der Netzbetreiber nur in seltenen Fällen die Anlagenleistung reduzieren wird, sind die damit entstehenden Energieverluste als begrenzt anzunehmen.

Autor: Markus Maier (ehem. Teamleiter O&M Services)

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3 Gedanken zu “Intelligent einspeisen: Einspeisemanagement kleiner PV-Anlagen nach EEG 2012 § 6

  1. Die Kosten für das Steuergerät und den Einbau muss der Betreiber übernehmen. Die Investition lohnt sich aber: Je nach technischer Ausführung bekommt der Anlagenbetreiber (beispielsweise mit dem oben erwähnten IBC SolGuard) ein System an die Hand, das ihm zusätzlich die Anlagenüberwachung und ggfs. die Darstellung und Optimierung des Eigenverbrauchs erheblich erleichtert.

  2. Hallo, ein interessanter Beitrag ….. in spitzen Zeiten die Batterie zu laden … jedoch mit dem Umweg über das einschalten von Zusatzverbrauchen, ….
    lässt sich damit (mit der Wetterprognose möglicherweise) auch folgendes Szenarium einstellen:
    bei sonnigem Wetter und positiver Ertragsprognose …
    – die Batterie laden bis sie einen Ladezustand von ca. 35% hat.
    – dann die Batterie-Ladung unterdrücken und Einspeisung in das öffentliche Netz
    – gegen Mittag (so gegen 12:15 Uhr) wenn die Sonne am intensivsten scheint und von vielen Solarstrom eingespeist wird – die Batterieladung wieder „normal“ zulassen.
    Sinn und Ziel: das öffentliche Netz in der Hoch-Einspeisungszeit zu entlasten ….
    – ist dies möglich ….
    – was wäre zu unternehmen ….
    Grüße, M.Braeschke

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