Solarenergie in Deutschland: Genug Sonne für alle

Leider hört man immer wieder das Vorurteil, dass sich Sonnenenergie hierzulande doch gar nicht lohnt. Solaranlagen in Afrika, ja klar – aber bei uns würde die Sonne doch viel zu selten scheinen. Doch die Wahrheit sieht anders aus: Tatsächlich liefert die Sonne in Deutschland mehr als genug Energie für eine rentable Produktion von Solarstrom, der unseren Bedarf vollständig deckt.

Natürlich sind die eingestrahlte Sonnenenergie und die Anzahl der Sonnenstunden in Mitteleuropa niedriger als in der Sahara. Doch auch bei uns ist die Kraft der Sonne nicht zu unterschätzen. Laut Wetterdienst scheint die Sonne hier etwa 1.300 – 1.900 Stunden pro Jahr. Bei wolkenlosem Himmel erreicht die Intensität der Strahlung eine Leistung von etwa 1.000 Watt pro Quadratmeter. Diese Strahlungsleistung liefert in Deutschland je nach Region und Jahreszeit eine Energiemenge von 900 – 1.200 kWh pro Quadratmeter und Jahr, wobei sie im Süden Deutschlands und an den Küsten beispielsweise höher ist als im Ruhrgebiet. Grundsätzlich eigenen sich aber alle Regionen in Deutschland für die solare Stromerzeugung, denn die Sonneneinstrahlung reicht locker aus, um selbst mit einer kleinen Photovoltaik-Anlage eine wirtschaftliche und umweltschonende Stromerzeugung sicher zu stellen.

Solarenergie könnte ganz Deutschland mit Strom versorgen
Insgesamt liefert die Sonne in Deutschland täglich eine Energiemenge, die den Bedarf sogar um das 80-fache übersteigt. Laut der „Leitstudie 2010“ des Bundesumweltministeriums könnte der gesamte Strombedarf in Deutschland durch Solarenergie gedeckt werden, wenn nur auf 10 % aller geeigneten Dach- und Fassadenflächen sowie versiegelten Siedlungsflächen Photovoltaik-Anlagen installiert würden. Experten schätzen sogar, dass die nutzbare Dachfläche in Deutschland über 1.000 km² beträgt. Dort könnte man Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von 120-130 Gigawatt installieren.

Zudem nutzen Photovoltaik-Module nicht nur das direkte Sonnenlicht, das lediglich bei wolkenlosem Himmel auftritt. Auch die sogenannte diffuse Strahlung aus den Wolken kann zur Energieerzeugung verwendet werden. Je heller es draußen ist, desto mehr Leistungen erbringen die Module – ganz egal, ob die Sonne direkt zu sehen ist, oder nicht.

Weniger Hitze, mehr Strom
Übrigens: Wer denkt, dass es für Solarenergie in Deutschland viel zu kalt ist, der irrt sich. Während eine höhere Sonneneinstrahlung zu mehr Stromproduktion führt, ist es bei der Temperatur nämlich genau umgekehrt: Solarmodule produzieren dann am effektivsten Strom, wenn es zwar sonnig, aber kühl ist. Ist es zu heiß, nimmt die Spannung der Solarzellen ab und der Wirkungsgrad sinkt. So ist die Leistung bei 35 Grad Lufttemperatur um ca. 6 % niedriger als bei 20 Grad. Die eher kühlen Temperaturen in Deutschland kommen der Solarstromproduktion also sogar entgegen.

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