Der neue Sungrow-Hybridwechselrichter im IBC SOLAR Test

Als unser Partner Sungrow vor kurzem seinen neuen Hybridwechselrichter ankündigte, war natürlich auch bei uns die Spannung groß. Die ersten Informationen rund um das neue Produkt waren schon einmal vielversprechend. Umso mehr freuten wir uns, dass wir als erstes und bisher auch einziges Unternehmen die Möglichkeit hatten, einen ersten Prototypen des Wechselrichters vorab einmal genauer anzuschauen und zu testen. Unser Fazit? Wir sind begeistert! Aber lesen und überzeugen Sie sich selbst.

Sungrows neu entwickelter dreiphasiger Hybridwechselrichter wird schnell an Beliebtheit gewinnen. Dessen sind wir uns sicher. Er ist blitzschnell installiert, preislich unschlagbar und in den Leistungsklassen 5/6/8/10 kW erhältlich. Bei diesen Argumenten sagten unsere Produktmanager natürlich nicht „nein“, als es darum ging, den Wechselrichter im „Vorserienstand“ einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Die Fakten:

Der neue Hybridwechselrichter ist eine Kombination aus Photovoltaik- und Batteriewechselrichter und lässt sich mit den aktuell führenden Speichern kombinieren. Daher muss nur ein Wechselrichter installiert werden. Er ist mit jeweils zwei unabhängigen MPP-Trackern bei drei PV-Eingängen sowie einem zusätzlichen Batterieeingang ausgestattet, die eine Ost-West-Ausrichtung und eine komplexe Stringverschaltung auf dem Dach ermöglichen.

Eines der absoluten Highlights ist, dass die Backup-Funktion des neuen Hybridwechselrichters keine zusätzliche Hardware benötigt. Das erspart den Kauf einer zusätzlichen Backup-Box und daher weitere Kosten. Einen kleinen Wehmutstropfen gibt es jedoch: Die Backup-Lösung ist im Allgemeinen auf die Nennleistung des Wechselrichters (max. 10 kVA) begrenzt und erfordert für Wärmepumpe, Licht, Kühlschrank und Co einen gewissen Grad an Verkabelungsaufwand in der Hausinstallation. Das Gerät ist zwar zu 33 Prozent schieflastfähig (3,3 kVA pro Phase) und verträgt auch mal für fünf Minuten eine 20-prozentige Überlast – für das dauerhafte Betreiben des kompletten Hausanschlusses ist es aber nur bedingt geeignet, da der kritische Lastenausgang maximal die Nennleistung des Wechselrichters liefert, aufgeteilt auf drei Phasen. Die Entscheidung, ob oder wie viele der Verbraucher direkt an den Wechselrichter zur Backup-Nutzung angeschlossen werden können, muss daher individuell vom Installateur vor Ort entschieden werden.

Doch eines ist sicher: Der Preis ist unschlagbar. Kunden erhalten eine Garantie für 10 Jahre und sparen sich die Backup-Box. Darüber hinaus liefert Sungrow auch gleich den Smart Meter und Wifi-Dongle. Somit fallen keinerlei Zusatzkosten an. Die Möglichkeit einer LAN- und WiFi-Verbindung schafft Flexibilität. Definitiv ein „nice-to-have“, wobei wir bei IBC SOLAR immer eine LAN-gebundene Verbindung zum Netzwerk empfehlen, um einen störungsfreieren Betrieb über einen langen Zeitraum zu gewährleisten. Darüber hinaus ist die Inbetriebnahme nur über WiFi und Smartphone möglich.

Die Installation:

Die Installation setzt neue Maßstäbe: Kein Abnehmen eines Deckels und viel Platz bei der Installation, da Anschlussbereich und -stecker frei zugänglich sind. Damit ist keine lästige Fummelei mehr notwendig. Es geht blitzschnell, macht Spaß und ist durchdacht. So sorgt eine bereits integrierte Wasserwaage für das richtige Lot, ohne viel Werkzeug. Das Gerät ist mit 27 kg recht leicht und für eine 1-Mann-Montage konzipiert – so schwebt der Wechselrichter quasi von ganz allein an die Wand.

Zudem ist eine Verpolungssicherheit zwischen den PV- und Batterieeingängen garantiert: Während die PV-Seite mit MC4-Steckern verbunden wird, nutzt Sungrow auf der Batterie-Seite Sunclix-Stecker. Die Kommunikation zwischen Sungrow und dem externen Smart Meter funktioniert dabei über eine frei klemmbare RS485 Verbindung. Die Stecker für die AC-Anschlüsse sind leicht zu montieren und werden einfach aufgeklappt. In unserem Test hätte man den Backup-Ausgang jedoch mit dem Netzausgang leicht vertauschen können. Auf unseren Rat hin wird Sungrow hier schnell mit entsprechenden und farblich markierten Steckern Abhilfe schaffen. Damit wäre eine Verpolung praktisch ausgeschlossen.

Die Kompatibilitäten und Möglichkeiten:

Für den intelligenten Betrieb von Wärmepumpen, bringt der Wechselrichter eine SG-Ready-Schnittstelle mit. Dies wurde von unserer Seite jedoch nicht getestet. Was wir sagen können ist, dass dadurch ein intelligenter Betrieb unterschiedlichster Wärmepumpen möglich sein wird.

Den größten Umfang an Möglichkeiten bietet der Betrieb des neuen Hybridwechselrichters zusammen mit unserer Energieplattform efa:home. Die Kombination beider Komponenten erlaubt beispielsweise den intelligenten Betrieb von Ladesäulen und eine auf Wetterprognosen basierende Ladung und Entladung des Speichers. Ohne den zusätzlichen Erwerb einer solchen Energieplattform ist dieses allein mit dem Sungrow-Hybridwechselrichter nicht möglich. Mit efa:home können zusätzliche PV-Wechselrichter betrieben und im Portal angezeigt werden. Zudem können Ladesäulen und weitere Großverbraucher eingebunden werden. Zusätzlich erhält der Kunde ein intuitives efa:home Endkundenportal.

Das kleine Manko:

Bei diesem neuen Hybridwechselrichter gibt es wirklich nicht viel anzumerken. Lediglich im Bereich der Inbetriebnahme gibt es einen kleinen Punktabzug. So könnte beispielsweise die Bedienung der iSolarCloud App noch intuitiver und übersichtlicher gestaltet werden. Ebenfalls fehlt uns auch zusätzlich die Möglichkeit einer Inbetriebnahme über Laptop ohne App. Da es sich bei unserer Version um einen Prototypen gehandelt hat, arbeitet Sungrow hier aber bereits an entsprechenden Lösungen. 

Ein genauer Blick in die Anleitung oder gar der Besuch eines Sungrow-Webinars ist aus unserer Sicht auf jeden Fall empfehlenswert. Nur das stellt sicher, dass der Ablauf am Ende klar ist und reibungslos funktioniert.

Das Fazit:

Der Wechselrichter ist nicht nur schön anzusehen und garantiert Spaß bei der blitzschnellen Montage, auch die kostenfreie Backup-Funktion ist einer der Faktoren, die den neuen dreiphasigen Hybrid sehr erfolgreich und beliebt machen werden. Kleine Schwächen gibt es bei neuen Produkten immer, wie wir wissen. Doch Sungrow wird hier sehr schnell aufholen. Daher unsere Empfehlung: Probieren Sie das neue Gerät aus. Aufgrund der Einsparung von Kosten und Installationszeit können Sie nur profitieren.

Der erster Schritt für die Montage ist abgeschlossen.

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13 Gedanken zu „Der neue Sungrow-Hybridwechselrichter im IBC SOLAR Test“

  1. was genau ist gemeint mit Wehmutstropfen gibt es jedoch: Die Backup-Lösung ist im Allgemeinen auf die Nennleistung des Wechselrichters (max. 10 kVA) begrenzt.

    nur bedingt für den Kompletten Hausanschluss geeignet?

    Ich bin kein Elektriker und würde mich sehr über eine Erklärung freuen

    ansonsten ein toller Blog

  2. Hallo,

    in der Regel wird ein Einfamilienhaus am Hausanschluss seitens des Netzbetreibers mit 35 Ampere abgesichert. Dies entspricht einer Leistung von circa 24 Kilowatt (etwa 8 Kilowatt je Phase). Demnach könnten im Haus Verbraucher mit einer Gesamtleistung von 24 Kilowatt angeschlossen werden.

    Würde man nun die Hauptzuleitung zur Versorgung des gesamten Hauses komplett durch den Wechselrichter hindurchleiten, der aber maximal nur 10 Kilowatt versorgen kann (nur maximal 3,3 Kilowatt je Phase), besteht die Möglichkeit, dass man den Wechselrichter überlastet oder gar beschädigt. Hinzukommend ist der Sungrow-Wechselrichter so konstruiert, dass alle für das Backup notwendigen Verbraucher durch den Wechselrichter hindurchgeleitet werden müssen. Alle übrigen Verbraucher sind an den normalen Hausanschluss gebunden.

    Daher muss eine Elektrofachkraft vor Ort entscheiden, ob die angeschlossenen Verbraucher des Einfamilienhauses mehr als diese 10 Kilowatt ziehen. Das ist oftmals der Fall, sobald größere Verbraucher wie beispielsweise eine Wärmepumpe oder eine Ladesäule vorhanden sind. Überschreiten die Verbrauche die 10 Kilowatt-Marke könnte man mit dem besagten Wechselrichter nur einen Teil versorgen. Am Ende muss also ein Elektriker vor Ort individuell entscheiden, was am Ende notwendig und technisch überhaupt möglich ist.

    Wir hoffen, das hilft Ihnen weiter.
    Mit sonnigen Grüßen
    IBC SOLAR

  3. Hallo,

    habe soeben selbst diesen Sungrow gekauft, (6.0).
    Ich kenne keinen WR der ein ganzes Haus im Spitzenverbrauch abdecken kann! Sagen wir mal 15kW!
    Auch ist die Speicherbatterie das Nadelöhr, auch hier kenne ich, zum vertretbaren Preis, keine die das kann!
    Aber das ist auch unsinnig!
    Es genügt ja Licht, Steckdosen, Kühlgeräte, etc.
    Für den längeren Notfall genügt dann ein 1-Platten Induktions Kochfeld.

    Dar SUNGROW ist auf jeden Fall GENIAL!

    Gruß

  4. Hallo Zusammen,
    Hallo Frau Bloem,

    Danke für ihre Erklärung.
    Was ich noch nicht verstanden habe ist, ob sich die 10kW nur auf den Backup/Notstromausgang beziehen.
    Folgendes Beispiel: 10kW PV-Anlage, 11kW Batteriespeicher, 11kW Wallbox und normale Hausverbraucher
    Wenn ich jetzt z.B. gerade 8kW von der PV-Anlage bekomme, die Batterie voll ist (und auch max. 9kW abgeben kann) müßte ich ja 17kW vom Sungrow zur Verfügung stellen können. Wenn auf der Verbrauch Seite nun 3kW vom Haus gebraucht werden und ich ein E-Auto mit 11kW lade – also „nur“ 14kW ziehe – sollte kein zusätzlicher Netzstrom anfallen.
    Ist meine Rechnung so richtig oder kann der Wechselrichter auch hier nur 10kW zu Verfügung stellen und die restlichen 4kW kommen aus dem Netz?

    Danke an alle die mir helfen können im Voraus
    Grüße
    Jürgen

  5. Hallo Herr Bornschlegl,
    Ihre letzte Vermutung ist korrekt. Der 10 kW Sungrow Hybrid-Wechselrichter kann auf der AC-Spannungsseite nur die 10 kW ausgeben. Das bedeutet, die Kombination aus Batterie- und PV-Leistung darf maximal 10 kW betragen. Demnach würden die beschriebenen 4kW aus dem Stromnetz gezogen werden.

    Mit sonnigen Grüßen
    IBC SOLAR

  6. Guten Tag, hat Sungrow Hybrid auch ein Lastmanagement für verschiedene Überschussszenarien die dann auf Relais geschalten werden können? Andere Hersteller von WR z. B. der Fronius Gen 24 hat 4 solche Ausgänge die separat paramentrierbar sind.

  7. Hallo
    Da ich auch Pläne, einen Sungrow-WR einzubauen, würde mich interessieren ob da auch ein Schattenmanagement integriert ist.
    Das wäre bei unserem Dach sinnvoll, alternativ könnte man 2 Strings belegen, was dann aber zu niedrigen DC Spannungen führt, wobei der WR ja mind. 150V pro Sring braucht, die aber in schlechten Zeiten fraglich sind.

  8. Hi
    Mich interessiert wie viele dieser Wechselrichter man koppeln kann.
    Ich habe vor mir 2 in der 10kw Stärke zu holen und für die Balkon Module noch einen kleinen 5er.
    Kann man die so zusammen schalten oder braucht man da noch etwas zusätzliches?
    Wenn ich dann an beiden 10ern einen Speicher hänge, kann ich ja auf 20kw Notstrom zurück greifen?

    Mfg Viktor

  9. Hallo, im März diesen Jahres wird bei uns eine 9,99 kWp PV-Anlage mit 27 Modulen IBC MonoSol 370 OS9-HC und einem Sungrow SH10 RT installiert. Frage: Ist in diesem WR ein so genanntes “Schattenmanagement” integriert ?
    MfG
    Edmund Müller

  10. Hallo,
    vielen Dank für Ihre Anfrage.
    Es gibt einen Ausgang, über den beispielsweise eine SG Ready Wärmepumpe per Relais angesteuert werden kann (und dann z.B. bei PV-Überschuss aktiviert wird).
    Sonnige Grüße
    IBC SOLAR

  11. Hallo,
    der Sungrow Hybrid besitzt eine Einstellung, bei der das MPP Tracking in regelmäßigen Abständen in einem größeren Bereich nach dem optimalen Arbeitspunkt sucht. Dies kann Verschattungen teilweise kompensieren, jedoch ist es kein „Schattenmanagement“ im eigentlichen Sinn.

    Bei umfangreicheren Verschattungen empfehlen wir einen Wechselrichter in Kombination mit Tigo-Optimierern an den betroffenen Modulen (bei Sungrow bis max. 20% der Module) zu verwenden oder gleich auf das Enphase-Modulwechselrichtersystem zu wechseln.

    Sonnige Grüße
    IBC SOLAR

  12. Hallo Herr Müller,
    der Sungrow Hybrid besitzt eine Einstellung, bei der das MPP Tracking in regelmäßigen Abständen in einem größeren Bereich nach dem optimalen Arbeitspunkt sucht. Dies kann Verschattungen teilweise kompensieren, jedoch ist es kein „Schattenmanagement“ im eigentlichen Sinn.
    Sonnige Grüße
    IBC SOLAR

  13. Hallo,
    es können bis zu zwei leistungsgleiche Sungrow Hybrid in einer Anlage kombiniert werden. Zusätzlich können noch kleine PV-Wechselrichter integriert werden (hierbei ist jeder separat mit der iSolarCloud verbunden). Die Einspeiseregelung übernehmen die Hybridwechselrichter und es muss beim Setup der Hybridwechselrichter die gesamte PV-Leistung mit angegeben werden (inklusive dem PV-Wechselrichter), damit die Einspeiseregelung funktioniert.
    Sonnige Grüße
    IBC SOLAR

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