PV und ihre Bedeutung für das Klima

Die Einhaltung des Pariser Abkommens und das Erreichen der Klimaziele ist derzeit in aller Munde und kann in Deutschland, aber auch weltweit, als größte Herausforderung im 21. Jahrhundert adressiert werden. Angesichts von immer neuen Rekorden, die im Bereich Wetter und Erneuerbare Energien erzielt werden, zeigt sich, dass Letztere unabkömmlich werden. Bereits jetzt zeigt die PV dabei ihr großes Potential.

Im ersten Halbjahr und speziell im Juni wurde ein neuer Solarstromrekord erzielt. Die mehr als 1,7 Millionen PV-Anlagen lieferten laut BSW rund 24,5 Milliarden kWh. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ergibt das einen Anstieg von 4 Prozent. Dabei sichert die Solarstromenergie etwa 8 Prozent des Bruttostromverbrauchs in Deutschland.

Bei einem durchschnittlichen Haushaltsverbrauch lässt sich damit rein rechnerisch die Jahresmenge von 7 Millionen 3-Personen Haushalten decken.

Der Schlüssel: die Erneuerbaren

Die Erneuerbaren Energien insgesamt stellten bereits im Jahr 2018 mit 218,91 TWh einen signifikanten Anteil bei der Jahresenergie zur Verfügung. So lagen sie im Vergleich zu den nicht Erneuerbaren (325,30 TWh) bei einem prozentualen Anteil von 40,3 Prozent *[ISE 19].

Unter der Berücksichtigung eines Photovoltaikanteils von 30 bis 40 Prozent und einer durchschnittlichen, jährlichen PV-Stromerzeugung von 950kWh/kW, müssten jährlich 3,8 GW bis 5,1 GW an Photovoltaikleistung in Deutschland neu installiert werden. Für den Einsatz der Steinkohle ergäbe sich sogar eine Erhöhung auf rund 6 GW. Bringt man dann noch die Erfordernisse der Sektorkopplung mit ins Spiel, steigt der nötige jährliche Zubau an PV-Leistung sogar auf 13,7 bis 18,3 GWp.* [QUA19]             

Wirft man einen Blick auf diese Zahlen in Zusammenhang mit dem derzeitigen Ausbauziel von 2,9 GW im Jahr wird schnell klar: die benötigten jährlichen Neuinstallationen können im Jahr 2019 nicht ansatzweise erfüllt werden. Daher ist eine entsprechende Anpassung der Ausbauziele dringend erforderlich. Ein erster wichtiger Schritt wäre die Aufhebung des für den geförderten Photovoltaikausbau politisch geltenden „Deckels“ mit 52 GW in Deutschland. Dies würde auch für die kommenden Jahre einen sukzessiven Anstieg in der Gesamtleistung der Photovoltaik ermöglichen und einen wesentlichen Beitrag zur Rettung des Klimas leisten. Ein weiterer Pluspunkt: Bei den aktuellen Modulpreisen bieten die Monate Juli und August sogar die besten Voraussetzungen für einen Anstieg der PV-Neuinstallationen.

 

Quellen

[BSW19]: Bundesverband Solarwirtschaft: Statistische Zahlen der deutschen Solarstrombranche (Photovoltaik). Berlin, März 2019

[ISE19]: Fraunhofer ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland. Download PV-Fakten Fraunhofer ISE, Fassung vom 29.05, S.5, 2019

[QUA19]:Volker Quaschning: PV Konferenz PV Symposium 2019. Braunkohleausstieg noch vor 2030. Welchen Beitrag PV und Batteriespeicher zum Klimaschutz leisten können. Tagungsband S.41, März 2019

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